Collagen
Schon während meines Studiums der Kunstgeschichte und Archäologie in Dijon und Bonn hat mich die Wirkung der Farben gegen einen dunklen Hintergrund fasziniert: die Stillleben und Dekorationen auf schwarzen Wänden in der pompejanischen Malerei, die kostbaren Renaissance-Intarsien der Pietra Dura, wo Halbedelsteine auf dunklem Grund leuchten, oder die weißen Halskrausen auf den niederländischen Portraits des Goldenen Zeitalters, die strahlend auf der schwarzen Seide der Gewänder liegen.
Nach meinem Studium schrieb ich für das Kunstmagazin FMR (Franco Maria Ricci), welches von Federico Fellini als „schwarze Perle“ unter den Kunstveröffentlichungen bezeichnet wurde, denn alle Fotografien erschienen auf schwarzem Hintergrund und erzielen dadurch intensive Wirkung.
Auch für meinen Lehrmeister in der Malerei, den Wiesbadener Maler Peter Schermuly, standen die Farben und ihre Wechselwirkung aufeinander im Zentrum seines Schaffens und seiner Lehre. Bei Museumsbesuchen hatte er stets ein schneeweißes Taschentuch bei sich, das er gegen ein scheinbares Weiß vor dunklem Grund hielt, um zu demonstrieren, daß es sich eigentlich um ein Mittelbraun handelte, das erst durch seine Umgebung weiß wirkte.
Zu meinen Collagen kam es durch einen Zufall. Eines meiner Aquarelle lag auf schwarzem Grund und entfaltete dadurch einen besonderen Reiz. Da es aber mit Aquarellfarben, aufgrund ihrer Transparenz, nicht möglich ist, tiefes, deckendes Schwarz zu malen, kam ich auf die Idee, meine Aquarelle auszuschneiden und auf schwarzen Karton zu kleben.
Dann kamen andere Elemente dazu, vor allem habe ich auch Vergnügen daran, Abbildungen meiner Ölgemälde zu integrieren und diese damit in neuem Licht zu betrachten.
Ich wünsche viel Freude an meinen Arbeiten!